Äger mit dem Aldi-Bike

Nach gerade mal 150 Km streikt das Aldi- Rad. Die Nabe im Hinterrad fällt durch laute Mahlgeräusche und ein eierndes Ritzelpaket auf. Die schlecht entlüftete Bremse am Hinterrad hätte ich ja noch selbst repariert, aber diesen Defekt möchte ich dann doch reklamieren.
Kurzehand bringe ich das Rad zurück zum Discounter. Schließlich ist das Teil noch keine 4 Wochen alt.

Das man sich beim Aldi nicht sonderlich für Gesetze zu interessieren scheint, wird mir schnell klargemacht. Bei Reklamationen, so wird mir im Laden mitgeteilt, solle ich mich doch bitte direkt mit dem Hersteller MEDION in Verbindung setzen. Mein Einwand, dass die gestzliche Gewährleistung zwischen Käufer und Verkäufer, also mir und Aldi besteht, wird ignoriert. Mir wird angeboten, dass ich das Rad dalassen könne, die Wartezeit dann aber mind. 8 Wochen betragen würde. Über MEDION direkt würde es deutlich schneller gehen. Ich fühle mich irgendwie erpresst und leicht verarscht.

Es macht aber keinen Sinn mit der unwissenden Verkäuferin weiter über die aktuelle Rechtssprechung zu diskutieren. Stattdessen rufe ich die MEDION- Hotline an. Die ist leider nicht kostenfrei, was ich im Falle einer Reklamation für eine Frechheit halte. Dafür ist mein Gesprächspartner aber sehr kompetent und bemüht. Die 5 € Telefongebühr erscheinen daher gut investiert. Die vorhandenen Mängel und Defekte werden notiert und mir wird ein Termin zur Abholung des Rades genannt und auch sofort ein Termin zur Rücklieferung vereinbart. Wartezeit insgesamt knapp 2 Wochen.

Heute wurde das Rad, nachdem man den Termin um einen Tag verschoben hatte und mir somit gleich zwei, statt nur einem Urlaubstag flöten gehen, dann geliefert. Ich sag es einfach mal frei raus: ICH KÖNNTE KOTZEN!

Zunächst fällt auf, dass das Rad mit demontiertem Vorbau geliefert wird. Der normale Aldi-Kunde ist gewiss kein Schrauber und wäre gezwungen zum Einstellen des Steuersatzes kostenpflichtig eine Werkstatt aufzusuchen. Das geht mal gar nicht!
Auch die Tatsache, dass sowohl die Bremsleitung als auch der Schaltzug lose am Rahmen schlackern und am Hinterrad schleifen, weil sämtliche Halteclipse fehlen, versetzt mich in ungläubiges Staunen.
Da wundert es beinahe schon nicht mehr, dass der gesamte Rahmen Lackschrammen und sogar eine Delle im Oberrohr aufweist. Aufgrund dieser Beschädigungen bietet Medion an, das gesamte Rad auszutauschen. Wartezeit nochmal fast eine Woche....

Nachdem das Rad nun in solch desolaten Zustand eintraf, habe ich mir eben mal das Hinterrad genauer angeschaut. Was soll ich sagen? Die Nabe macht weiterhin laute Geräusche, das Ritzelpaket eiert weiter munter vor sich hin.....
Und liebe Leser glaubt doch bitte nicht, dass sich irgendwer die Mühe gemacht hätte, mal wenigstens die Bremse zu entlüften. Ohne Scheiß, ich habe zwei Wochen auf eine Reparatur gewartet, die nie erfolgt ist. Da kann ich also über die Delle im Oberrohr, die nun schlußendlich zum Austausch des Rades führt, ja direkt froh sein. Wie oft hätte ich andernfalls das Rad eingeschickt und jedes mal unrepariert zurückbekommen??? SO kann man eine Gewährleistungspflicht auch verstreichen lassen!

Ich beschließe, bevor mir die Galle überläuft, nochmal (gebührenpflichtig) bei MEDION anzurufen. Auch wenn ich ohnehin ein koplettes Neurad erhalten werde, würd gern wissen, wie es zu solch einer schlampigen Arbeit kommen konnte. Schließlich besteht ja durchaus die Möglichkeit, dass auch das neue Rad nicht mängelfrei ist. Leider ist der Mann am anderen Ende der Leitung wenig behilflich, kann oder will mein Anliegen nicht verstehen, geschweige denn ernstnehmen. Auch welche Werkstatt für Medion an den Rädern schraubt (oder eben auch nicht), will er mir nicht verraten. Er verweist auf eine Emailadresse. Ich möge dort den Vorfall schildern und eine Reaktion von MEDION abwarten!!!

Genau das habe ich getan. Jetzt bin ich mal gespannt, ob und welche Antwort ich erhalten werde.



                                     


  









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