Sonntag, 28. September 2014

Es gibt Tage, da bleibt man besser im Bett

Rund 100 Km sollten es heute werden. Nur Kumpel Jan war mutig genug diesen Ritt mit mir zu wagen.
Von Tremsbüttel sollte es über Stock und Stein zunächst zum Zwischenstop in Badendorf gehen. Anschließend war eine 20 Km Schleife über den Übungsplatz Wüstenei geplant um dann die 40 Km Heimweg anzutreten.
Doch selbst für die ersten 40 Km bis nach Badendorf brauchten wir eine Ewigkeit. Bereits in Bad Oldesloe meldete Jan "Plattfuß hinten". "Ich vorne", erwiederte ich. Beim Versuch unsere Reifen von den Felgen zu pulen, brachen wir dann zeitgleich die Reifenheber ab.
"Kein Problem", ruf ich Jan zu. Hatte ich mir doch kürzlich ein sündteures Multitool inklusive Reifenheber zugelegt. Angesetzt-gehebelt-knack-abgebrochen. Das nächste was knackt ist dann Jan´s auf dem Weg liegende Radbrille auf die ich trete....Beinahe unnötig zu erwähnen, dass Jan nach dem Aufpumpen feststellt, dass sein Schlauch ein zweites Loch hat. Es ist zum Mäuse melken.

Nach einer gefühlten Ewigkeit können wir unsere Fahrt fortsetzen. Aber irgendwie ist die Luft raus. Diesmal nicht aus den Reifen, sondern aus uns. Wir rätseln woran es liegen mag, finden allerhand Erklärungen. Doch keine davon ist schlüssig. Fakt ist jedoch, dass wir uns heute richtig schwertun. Die Beine fühlen sich an wie Kaugummi, selbst kleinste Erhebungen tun richtig weh. Irgendwie fehlt auch die Motivation. Ich fühle mich müde, schläfrig und abgespannt. Jan geht es eben so.
Und als mir ein paar Kilometer dann auch noch zweimal die Kette reißt, muss ich mich beherrschen das Rad nicht wütend in den Wald zu feuern.

Das Ortsschild "Badendorf", dass wir nun endlich passieren, ist fast wie eine Erlösung. Wir kehren bei Yvonne ein, werden verpflegt und sollten eigentlich zeitnah wieder aufbrechen. Sollten wir, machen wir aber nicht. Das Sofa ist bequem, das Fernsehprogramm nicht uninteressant und unsere Motivation irgendwo unterwegs gänzlich verloren gegangen.
Den Schlenker über den Übungsplatz, wegen dem wir ursprünglich aufbrachen, lassen wir aus, fahren stattdessen direkten Weg wieder Richtung Heimat. Bei Pölitz legen wir einen "kurzen" Zwischenstop ein. Während Jan telefoniert, döse ich im Straßengraben sitzend vor mich hin. Über eine Stunde verdaddeln wir. Als wir wieder aufbrechen wollen, ist mein Vorderreifen platt!

Es gibt einfach Tage, da bleibt man besser im Bett!

Montag, 15. September 2014

P- Weg Marathon in Plettenberg

Im Sauerland gehen die Uhren offenbar ein wenig anders. Zumindest ist dies mein Eindruck nachdem ich auf die Ergebnisliste geschaut habe. Glatte elf Minuten zuviel stehen dort hinter meinem Namen. Wieso, weshalb, warum? Keine Ahnung! Das wird sich wohl auch nicht mehr klären lassen. Macht auch nix. Mit meiner Platzierung bin ich durchaus zufrieden.


Die Idee in Plettenberg zu starten entstand während des 24 Std. Rennens am Alfsee. Kumpel Jan nimmt grad seine Anmeldung vor und ich willige ein, ohne die Strapazen die dieses Rennen mit sich bringt zu erahnen, in diesem Jahr ebenfalls dabei zu sein. Er auf der Langsdistanz von 97 Km, ich auf vorsichtigen 45 mit immerhin 1200 Höhenmetern. Für mich mehr als genug.
An diesem Wochenende war es dann soweit. Anreisetag ist bereits der Freitag, weil der Jan am Samstag vor dem MTB Rennen noch schnell den Marathonlauf von 42 Km absolvieren will. Einmal mehr liefert er den Beweis für seinen Hang zur Extreme, die ihn so liebenswert macht.

Manon hat uns eine exellente und preiswerte Unterkunft etwas auserhalb gebucht, die ich mir, sorry, als Geheimtip wahren möchte. Am Sonntag darf auch ich dann endlich den Sportdress anziehen. Als ich mich in die Startaufstellung einreihe, stelle ich fest, dass ich in den allerletzten Startblock muss. Gute 700 Fahrer stehen vor mir. Dementsprechend langsam setzt sich die Karavane in Bewegung, als um 10 Uhr der Startschuß fällt. Längst hat mich schon wieder das Rennfieber gepackt. Mein eigentliches Vorhaben locker mitzufahren und lediglich zu finishen, ist inzwischen der Zielsetzung unter drei Stunden zu fahren gewichen. Kein unambitioniertes Vorhaben angesichts der Tatsache, dass mit entzündeter Archillessehne fahre.

Die Strecke führt aus der Innenstadt Plettenbergs direkt in den ersten Anstieg. Jan hatte mich gewarnt, nicht zu früh alle Kräfte zu mobilisieren. Ich fahre also bewusst definsiv. Geht auch gar nicht anders. Ein bunter Wurm von Helmen windet sich den Anstieg hoch. Dicht an dicht befinden sich die Fahrer auf der Strecke. Schaltungen knacken, Lungen keuchen, Münder fluchen. Und nirgends ist so richtig Platz. Mal hab ich ´ne fettärschige Gelegenheitsbikerin vor mir, mal macht ein grauhaariger Seniorbiker mit einem Bierfass, das er Bauch nennt, wieder einen dieser wilden und hilfesuchenden Schlenker, mit dem er versucht, angesichts seines Tempos, in Paarung mit Erdanziehungs- und Hangabtriebskraft, nicht vom Rad zu fallen. Wann immer sich doch mal eine Lücke bildet, fahre ich sie zu und mache so Plätze gut. Aber ein konstanter Rhytmus lässt sich so natürlich nicht finden.

Auch in der ersten Abfahrt kann man kaum laufen lassen. Die Bremse wird hier das erste mal heiß. Schlicht zu dicht ist hier noch das Fahrerfeld. Auch die ersten Sturzopfer bekomme ich zu Gesicht. Ein Anblick, an den ich mich im Laufe des Rennens noch gewöhnen werde. In wirklich jeder Abfahrt liegt irgendwo mindestens ein Fahrer mit schmerzverzerrtem Gesicht. Ganz offensichtlich aber stets Folge von Übermut oder Überschätzung. An der Strecke und dem Veranstalter liegt es jedenfalls definitiv nicht! Ich habe noch nie einen derart gut gesicherten Parcour gesehen. An jeder Gefahrenstelle stehen Schilder und mindesten zwei Helfer, die die Gefahrenstelle ankündigen. Dementsprechend komme ich glücklicherweise auch nicht in das zweifelhafte Vergnügen irgendwo helfen zu müssen. Jedes der Sturzopfer wird umgehend medizinisch versorgt. Hier in Plettenberg wird ein unglaublicher Aufwand betrieben. Und trotz all der Arbeit feiern die Plettenberger ihr Event und ihre Teilnehmer. Ich bin total begeistert.

Doch solche Dinge kann ich derzeit nur am Rande wahrnehmen. Die Strecke, insbesondere der lose Schotter, fordert, dank Contis X King, der hier nur suboptimal haftet, meine volle Aufmerksamkeit.
Das Feld hat sich glücklicherweise inzwischen deutlich in die Länge gezogen. Ich kann bergauf wie bergab reichlich Plätze gutmachen und muss nur wenige einbüßen. Beflügelt durch diese Tatsache überwinde ich auch den zweiten großen Anstieg deutlich besser als erwartet. Wenngleich ich auch hier auf Jans Rat hin, mich noch etwas zurückhalte.
Auf dem nun folgenden zehn Kilometer langen Flachstück will ich Tempo machen, mir jedoch auch eine Reserve für den dritten und letzten großen Anstieg lassen. Ein Blick auf die Uhr zeigt mir, dass ich die angepeilten drei Stunden unterschreiten werde. Das neue Ziel lautet: unter zweieinhalb!
Die Kette wird nach rechts gelegt und mehr Tempo gemacht, als zu vertreten ist. Macht aber auch einfach zuviel Spaß an den vielen klatschenden Zuschauern, die im Freibad an dem verwinkelt angelegten Kurs stehen, vorbei zu rasen.
Das rächt sich nun am dritten Anstieg. Denn den hab ich mir zwar auch im Höhenprofil angesehen, jedoch dessen Länge deutlich unterschätzt. Die Beine brennen, die Lunge pfeift und vor den Augen sehe ich bereits Sterne, als ich endlich oben ankomme. Aber ich bin ja noch gar nicht oben...scheiße, nur eine kurze Zwischengerade. Und schon windet sich der Schotterweg wieder steil gen Himmel. Ich bin an der Kotzgrenze und froh, dass sich vor der Verpflegungsstelle ein Stau begildet hat und ich, wie alle anderen, schieben muss.

Schnell fülle ich meine Trinkflasche auf, klicke ein und setze meinen Weg, natürlich bergauf, fort.
"...den lieben Gott bei der Arbeit geseh´n" diese Textstelle eines Onkelz-Songs kommt mir in den Sinn.
Wenn das hier weiter so bergan geht, komme ich wohl ebenfalls in diesen Genuß, auch wenn ich eigentlich grad durch die Hölle geh. Kann ich den heiligen Graubart in den Wolken ja gleich mal fragen, ob er noch´n Plätzchen frei hat. Denn ich hab das Gefühl ich krepier hier gleich.
Nimmt den dieser scheiß Berg kein Ende? Erstmal jedenfalls nicht. Er verarscht mich mit einer weiteren Zwischengraden und einer zusätzlichen Verschärfung des Steigungslevels. Ein zweites mal muss ich ausklicken und schieben. Ich verliere Plätze und wertvolle Zeit. Zweieinhalb Stunden! Das scheint so weit entfernt. So unendlich weit. Ich bin froh wenn ich überhaupt finishen kann.

Endlich kommt die letzte Abfahrt. Die ist technisch nicht ohne. Ein Singletrail windet sich erst über zahlreiche Wurzeln, dann in Sepentinen mit scharfen Spitzkehren talwärts. Das Ziel, man kann es an der immer lauter werdenden Musik erahnen, kommt immer näher. Die ersten Häuser von Plettenberg werden sichtbar und die letzten Kraftreserven mobil. Die letzte Schleife durch die Innenstadt nehme ich dann nochmal, getragen von tosendem und unermüdlichem Beifall zahlloser Zuschauer, im Wiegetritt auf dem großen Blatt. Im Zielbogen ein Blick auf die Uhr. 2:33! Verdammt, drei Minuten drüber. Aber dennoch deutlich schneller als ursprünglich gedacht und vorallem heil und gesund angekommen.

Bei Bierchen und Kippe dann ein Blick auf die offizielle Ergebnisliste. Ernüchterung. Dort steht 2:44, was aber immerhin noch einen respektablen Platz 75 von 149 in meiner Altersklasse bedeutet. Auch Platz 334 von 745 in der Gesamtwertung kann sich sehen lassen, wie ich finde.
Ich bin rundum zufrieden. Mit der super organisierten Veranstaltung, dem Aldi 29´er, das gut durchgehalten hat und letzlich auch mit mir selbst. Und nach dem P-Weg ist schließlich vor dem P-Weg.
Nächstes Jahr knack ich die zweieinhalb Stunden! :)









Donnerstag, 31. Juli 2014

Äger mit dem Aldi-Bike

Nach gerade mal 150 Km streikt das Aldi- Rad. Die Nabe im Hinterrad fällt durch laute Mahlgeräusche und ein eierndes Ritzelpaket auf. Die schlecht entlüftete Bremse am Hinterrad hätte ich ja noch selbst repariert, aber diesen Defekt möchte ich dann doch reklamieren.
Kurzehand bringe ich das Rad zurück zum Discounter. Schließlich ist das Teil noch keine 4 Wochen alt.

Das man sich beim Aldi nicht sonderlich für Gesetze zu interessieren scheint, wird mir schnell klargemacht. Bei Reklamationen, so wird mir im Laden mitgeteilt, solle ich mich doch bitte direkt mit dem Hersteller MEDION in Verbindung setzen. Mein Einwand, dass die gestzliche Gewährleistung zwischen Käufer und Verkäufer, also mir und Aldi besteht, wird ignoriert. Mir wird angeboten, dass ich das Rad dalassen könne, die Wartezeit dann aber mind. 8 Wochen betragen würde. Über MEDION direkt würde es deutlich schneller gehen. Ich fühle mich irgendwie erpresst und leicht verarscht.

Es macht aber keinen Sinn mit der unwissenden Verkäuferin weiter über die aktuelle Rechtssprechung zu diskutieren. Stattdessen rufe ich die MEDION- Hotline an. Die ist leider nicht kostenfrei, was ich im Falle einer Reklamation für eine Frechheit halte. Dafür ist mein Gesprächspartner aber sehr kompetent und bemüht. Die 5 € Telefongebühr erscheinen daher gut investiert. Die vorhandenen Mängel und Defekte werden notiert und mir wird ein Termin zur Abholung des Rades genannt und auch sofort ein Termin zur Rücklieferung vereinbart. Wartezeit insgesamt knapp 2 Wochen.

Heute wurde das Rad, nachdem man den Termin um einen Tag verschoben hatte und mir somit gleich zwei, statt nur einem Urlaubstag flöten gehen, dann geliefert. Ich sag es einfach mal frei raus: ICH KÖNNTE KOTZEN!

Zunächst fällt auf, dass das Rad mit demontiertem Vorbau geliefert wird. Der normale Aldi-Kunde ist gewiss kein Schrauber und wäre gezwungen zum Einstellen des Steuersatzes kostenpflichtig eine Werkstatt aufzusuchen. Das geht mal gar nicht!
Auch die Tatsache, dass sowohl die Bremsleitung als auch der Schaltzug lose am Rahmen schlackern und am Hinterrad schleifen, weil sämtliche Halteclipse fehlen, versetzt mich in ungläubiges Staunen.
Da wundert es beinahe schon nicht mehr, dass der gesamte Rahmen Lackschrammen und sogar eine Delle im Oberrohr aufweist. Aufgrund dieser Beschädigungen bietet Medion an, das gesamte Rad auszutauschen. Wartezeit nochmal fast eine Woche....

Nachdem das Rad nun in solch desolaten Zustand eintraf, habe ich mir eben mal das Hinterrad genauer angeschaut. Was soll ich sagen? Die Nabe macht weiterhin laute Geräusche, das Ritzelpaket eiert weiter munter vor sich hin.....
Und liebe Leser glaubt doch bitte nicht, dass sich irgendwer die Mühe gemacht hätte, mal wenigstens die Bremse zu entlüften. Ohne Scheiß, ich habe zwei Wochen auf eine Reparatur gewartet, die nie erfolgt ist. Da kann ich also über die Delle im Oberrohr, die nun schlußendlich zum Austausch des Rades führt, ja direkt froh sein. Wie oft hätte ich andernfalls das Rad eingeschickt und jedes mal unrepariert zurückbekommen??? SO kann man eine Gewährleistungspflicht auch verstreichen lassen!

Ich beschließe, bevor mir die Galle überläuft, nochmal (gebührenpflichtig) bei MEDION anzurufen. Auch wenn ich ohnehin ein koplettes Neurad erhalten werde, würd gern wissen, wie es zu solch einer schlampigen Arbeit kommen konnte. Schließlich besteht ja durchaus die Möglichkeit, dass auch das neue Rad nicht mängelfrei ist. Leider ist der Mann am anderen Ende der Leitung wenig behilflich, kann oder will mein Anliegen nicht verstehen, geschweige denn ernstnehmen. Auch welche Werkstatt für Medion an den Rädern schraubt (oder eben auch nicht), will er mir nicht verraten. Er verweist auf eine Emailadresse. Ich möge dort den Vorfall schildern und eine Reaktion von MEDION abwarten!!!

Genau das habe ich getan. Jetzt bin ich mal gespannt, ob und welche Antwort ich erhalten werde.



                                     


  









Freitag, 18. Juli 2014

Grenzerfahrung

  

Drei Tage auf den Spuren der Vergangenheit wollten wir uns bewegen, viel unberührte Natur erleben und dabei reichlich Kilometer abspulen. Das ist uns gelungen, wenn auch wir unsere geplante Route bis nach Schnackenburg kurzerhand abänderten und schließlich in Launeburg strandeten.







Wir beginnen unseren Trip im heimischen Tremsbüttel und fahren auf dem Radwanderweg einen Schlenker über Bad Oldesloe bis nach Ratzeburg. Auf den 80 absolvierten Kilometern werden wir von vielen kurzen aber heftigen Regenschauern gejagt, was uns ein ums andere mal zu ungeplanten und fluchtartigen Zwischenstops in diversen Bushaltestellen zwingt.

  
Auch so manche Raucherpause lege ich ein, während Manon reichlich Bilder knippst. U.a. auch diese:









 Aufgenommen bei Berkentin.



Bis heute ist es uns ein Rätsel, aus welchem Grund sich jemand diese Exoten
hier im hohen Norden hält.





In Ratzeburg angekommen, beginnen wir mit der Suche nach einer Unterkunft. Wir haben zwar unser Zelt dabei, der ständige Regen lässt aber den Wunsch nach einer festen Unterkunft aufkommen. Das Touristenbüro der Inselstadt hilft uns weiter. In der ausliegenden Broschüre entdecken wir eine günstige Unterkunft im Nachbarort Bäk. Sie ist sehr schlicht und einfach eingerichtet, reicht dem weniger komfortorientierten Radwanderer für eine Nacht aber völlig aus. Für 25 € (zwei Personen) stehen zwei Einzelbetten, eine warme Dusche und auch ein Fernseher bereit. Letzterer ist ein echter Luxus. Schließlich spielen am Abend unsere WM Helden gegen die Looser aus Algerien.

SCHLAAAAND!







Am nächsten Morgen brechen wir sehr zeitig auf. Zum Frühstücken rollen wir zurück in die Domstadt Ratzeburg. Von dort setzen wir unseren Weg nach Schlagsdorf fort. Hier wartet, wie wir aus dem Internet wissen, ein Grenz-Museum auf Besucher. Schlagsdorf bedeutet für uns zwar einen Umweg, allerdings lohnt er sich. Landschaftlich ist die Strecke ein Traum. Der ehemalige Todesstreifen, auf dem wir uns nun bewegen, wurde von der Natur zurückerobert und bietet dem Auge nahezu unberührtes Grün.





Zudem sind die Wege rund um Schlagsdorf mit reichlich Hinweistafeln bestückt. So wird allein der Weg bereits zum Museums- und Lehrpfad.




Am Schlagsdorfer See (siehe unten) findet sich ein Schwimmponton, der als Bootsanleger und Badestelle dient. Diese Stelle ist ein echter Geheimtip, weil wunderschön. Auch für die Wildcamper dürfte dieser Ort mehr als interessant sein. Das Wasser des See´s ist sehr klar und zum Waschen von Körper und Ausrüstung in jedem Fall geeignet, der Boden eben, mit Gras bewachsen und nicht übermäig feucht. Eine Hecke schützt vor Wind und selbst ein kleines Abendliches Feuer wäre hier möglich.





Unser Weg aber führt uns weiter. Durch Feld und Wiese,

 
 vorbei an Kirchbäumen,
 deren Früchte in voller Reife stehen.






Am Ortseingang Schlagsdorfs finden wir die zusammengetragenen Relikte vergangener Tage vor.


Sie sind Teil des Grenzmuseums, welches wir uns natürlich auch ansehen. 4 € Eintritt pro Person sind fair. Dass man uns 1 € zusätzlich für das Fotografieren abnimmt grenzt jedoch an Wegelagerei!

 Dennoch ist das Museum in jedem Fall einen Besuch wert.







Der Besuch im Museum erweist sich auch wettertechnisch als Glücksgriff. Es gießt zwischenzeitlich nämlich wie aus Eimern. Wir bleiben deutlich länger als geplant und wir werden langsam hungrig. In Schlagsdorf selbst lässt sich nichts Essbares auftreiben und so bleibt uns im weiteren Verlauf der heutigen Tour, die eigentlich eine Radlerherberge bei Boizenburg zum Ziel hat, nur die Hoffnung, unterwegs irgendwo einkehren zu können. Leider wird diese Hoffnung enttäuscht. Die Gegend hat eine infrastrukturelle Beschaffenheit wie eine Wüste. Ein Supermarkt wäre wie eine Fatamorgana, ein lang ersehntes Ziel, dass fern jeglicher Realität liegt.
Auch die Wegbeschaffenheit wird schlechter. Schließlich finden wir uns mitten im Dickicht wieder. In diesem Teil der Republik wird Wegpflege augenscheinlich nicht sonderlich groß geschrieben. Es wäre eine Machete notwendig. Wir mühen uns ab. Schieben, tragen und zerren unsere Räder inklusive Beladung 5 Km durchs Unterholz. Wir fluchen, motzen, schimpfen und haben trotzdem jede Menge Spaß. Doch die Zeit ist veronnen, die Mägen hängen in der Kniekehle und der nächste Regenschauer entlädt sich über uns. Wir weichen auf die Straße aus und steuern, in der Hoffnung ein Lokal vorzufinden, die nächste Ortschaft an. Ortschaft um Ortschaft wird angefahren, bis wir endlich am späten Nachmittag fündig werden. Inzwischen ist sehr viel Zeit verstrichen und dennoch haben wir erst 45 Km absolviert. Ironischweise befinden wir uns gerade mal 10 Km Luftlinie von Ratzeburg, unserem morgentlichen Startpunkt, entfernt.






Wir planen unsere Tour um. Statt heute bis Boizenburg und am Folgetag bis Schnackenburg, wollen wir heute bis Salem und morgen dann bis Lauenburg fahren. Der Weg ist schließlich das Ziel.
Wir beschließen in Salem auf dem Campingplatz zu übernachten. Das Abendbrot wollen wir unterwegs oder ggf. beim Kiosk auf dem Platz kaufen. Es passt zum heutigen Tag, dass wir unterwegs weder Tankstelle noch Supermarkt passieren, von weiteren zahllosen Regenschauer gejagt werden und der Kiosk auf dem Campingplatz wochentags geschlossen hat.


 Mit knurrendem Magen bauen wir das Zelt auf.
Unser Abendessen besteht heute aus Keksen und Süßigkeiten, die sich noch in unseren Satteltaschen finden. Aber auch davon lassen wir uns die Laune nicht vermiesen. Wir wollten ja bewusst keinen Pauschal-Urlaub, keine vorgebuchten Unterkünfte und keine geplanten Verpflegungstellen.
Wir wollten fahren, ohne den Zwang ein bestimmtes Etappenziel erreichen zu müssen. Du und dein Rad, die Natur und ein Track, der die grobe Richtung vorgibt.
Wir wollten Abenteuer - et voilà!


Wir genießen den abendlichen Blick vom Zelt aus auf den Salemer See,




 bevor wir uns in die Schlafsäcke kuscheln.





Der Hunger weckt uns früh. Schleunigst packen wir zusammen und greifen die ersten 10 Km des Tages nach Zarrentin an. Denn dort, dass wissen wir mit Sicherheit, haben in einer ostdeutschen Stadt inzwischen westlicher Standart und Zivilisation Einzug gehalten. War auch erschreckend genug, dass kurz hinter einer Grenze, die schon so lange offen ist, viele Ortschaften in der Zeit stehengeblieben scheinen und die Menschen wie noch vor 40 Jahren leben.


 Unsere WM Elf schwitzt in Brasilien, während wir Beinlinge und Softshelljacke anziehen müssen.


Gestärkt durch lecker Brötchen und mit frisch gefüllten Flaschen, fahren wir von Zarrentin nach Boizenburg. Heute nehmen wir vornehmlich die asphaltierten Radwege. Die Beine werden zunehmend schwerer, da legen wir auf so heftige Geländeabschnitte wie am Vortag wenig Wert.
Boizeburg ist bildhübsch und präsentiert, bei strahlendem Sonnenschein den wir heute genießen dürfen, eine Altstadt, die immer wieder einen Besuch wert ist. Nur gastronomisch werden wir wieder enttäuscht. Zur Mittagszeit bleiben die Mägen leer. Jedes von uns angesteuerte Lokal hat geschlossen.

Am Elbhang in Boizenburg geht es neben der B 5 nach Lauenburg. Der Ausblick ist prächtig, die Alternative entlang am Elbdeich wäre aber sicherlich ebenfalls reizvoll gewesen.





Am frühen Abend, nach 210 Km in drei Tagen, sitzen zwei doch recht angeschlagene Biker im Zug von Lauenburg nach Hamburg. Binnen 2 Stunden sind wir wieder daheim. Glücklich, zufrieden aber auch hundemüde. Gespickt mit Eindrücken und Erfahrungen stellen wir fest, dass tatsächlich nicht immer die Ferne rufen muss. Das Abenteuer wartet oft unmittelbar vor der Haustür.



24 Std. Alfsee



Die Anfrage von Kumpel Marco kam etwas überraschend.
<< Ich hab deine Berichte von den 24 Std.-Rennen gelesen.>>, schreibt er mir per Mail.
<< Wollen wir sowas nicht mal gemeinsam fahren?>> , fragt er mich.
<< Äh klar, können wir machen!>>, antworte ich etwas verdutzt. Schließlich erschien mir Marco bisher mehr der gemütliche Tourer, als der sekundenorientierte und Laktat-geile Racer zu sein.
Mit gemeinsam, so wird im Verlauf des Abends klar, meint Marco zudem nicht nur uns beide, sondern auch seine Freundin Nicole und meine Manon. Die Tatsache, dass ich der Einzige mit Rennerfahrung bin, scheint ihn nicht sonderlich zu stören.
Schließlich willige ich ihm zuliebe ein und wir einigen uns auf das Rennen bei Osnabrück. 2011 bin ich dort bereits gestartet und ich hab die Strecke rund um den Alfsee als relativ einfache und auch für Anfänger geeignet in Erinnerung. Dort, so hoffe ich, werden auch meine drei Rookies nicht völlig untergehen, auch wenn dort die Deutsche Meisterschaft der 24 Std. Rennen ausgetragen wird.

Die Anmeldung ist schnell erledigt. Vorsichtshalber stapeln wir mal ganz tief und geben als Teamnamen "Slowmotion Crew" in das Anmeldeformular ein.


Die Anreise am Freitag Abend verläuft entspannt und angenehmerweise Stau-frei. Auf dem Campingplatz angekommen wird es zeitweise etwas chaotisch. Zunächst hat das Orga-Team Probleme uns einen Zeltlatz zuzuweisen, dann scheitert die Anmeldung daran, dass Marco und Nicole noch nicht eingetroffen sind und die Anmeldeformulare nicht persönlich unterzeichnen können. Somit verschiebt sich die Anmeldung auf den nächsten Morgen. Zumindest unsere Supporterin Yvonne wollen wir, wie auf der Hompage des Veranstalters gefordert, noch diesen Abend nachmelden. Allein schon, damit auch sie den notwendigen Stempel erhält um an der abendlichen Pasta-Party teilnehmen zu können. Geht aber nicht!
Die nette und aufrichtig bemühte Dame am Empfangstresen erklärt uns, dass zwar die Teamfahrer bei der Anmeldung diesen Stempel erhalten, Supporter jedoch erst am Samstag nachgemeldet werden können....Peinliche Panne der Rennleitung!
Da genau wie Yvonne, auch Marco und Nicole, die nach Geschäftschluss der Anmeldung am Alfsee eintreffen, keine Pasta-Party-Stempel erhalten, beschließen wir, uns unser Essen nach dem Aufbau der Zelte selbst zu kochen. Es ist später Abend. Die Zelte stehen, der Gaskocher ebenfalls. Nur hat Marco leider den Kochtopf daheim vergessen..... Peinliche Panne unseres Teams!
Doch wir improvisieren und werden trotzdem satt. Und so schlafen wir auch bald glücklich und zufrieden ein.

Das reichhaltige Frühstück am Morgen lässt uns beinahe die geplante Proberunde verpassen.

Eilig schwingen wir uns auf die Räder und stellen schnell fest, dass sich die Strecke zu den Vorjahren stark verändert hat. Sie ist länger und deutlich technischer, was mir persönlich recht gut gefällt. Nicole hat allerdings ihre liebe Müh und Not mit einigen Passagen und nimmt zweimal eine kurze Bodenprobe. Mich hingegen stört der extrem hohe Anteil an Abschnitten, auf denen über Gras gefahren werden muss. Der Rollwiderstand ist dort extrem hoch, was die Reifen unangenehm bremst. Dieser Umstand nimmt der ansonsten gut gemachten Strecke leider jeglichen Flow. Bereits jetzt steht fest, dass dieses Rennen also mehr Kampf als Vergnügen sein wird.
Ebenso klar ist, dass auf dieser Strecke für unser wild gewürfeltes Team kein Blumentopf zu gewinnen sein wird. Zu unterschiedlich ist das Leistungsniveau, zu hoch der Anspruch an das fahrerische Können und die Kondition. Ich fühle mich auf diesem Pacour stark gefordert, wie muss es erst Nicole ergehen, die ja erst kürzlich zum Biken kam und nur wenige Monate an Erfahrung und Radbeherrschung vorweisen kann!?!

So beschließe ich als Teamleiter meinen Mitfahrern ein wenig den Druck zu nehmen (die angepeilten Top Ten können wir eh vergessen) und gebe eine neue Stallorder aus:
<< Wie fahren nicht mehr auf Platzierung. Ambitioniert-ja, aber nicht auf Teufel komm raus. Spaß und heile Knochen haben Vorrang!>>
Dieser Vorschlag stößt auf allseitige Gegenliebe. Während des Rennverlaufs soll sich allerdings eine gewisse Eigendynamik im Bezug auf diese Stallorder entwickeln und jeder macht und tut später nur noch das, wonach ihm grade so ist.


Aus meinen geplanten zwei Runden zu Rennbeginn wird nur eine, weil ich, wie immer, die erste Runde viel zu schnell und hektisch angehe. So fahre ich statt nach zwei Runden in die Wechselzone, nach einer Runde ins Fahrerlager und bitte Marco, früher als geplant auf die Strecke zu gehen.


Dies nimmt das Team zum Anlass, den demokratischen Entschluss zu fassen, fortan alle Wechsel im Lager durchzuführen. Das uns diese Wechsel natürlich unwahrscheinlich viel Zeit kosten, scheint außer mir niemanden zu stören. Im Gegenteil. Trifft ein Fahrer im Lager ein, macht sich erst jetzt der Nächste zum Renneinsatz fertig. In aller Seelenruhe werden Flaschen gefüllt, Trikots angezogen und Tachos genullt.

Meine Renn-Ambition steht frustrationstechnisch an der Kotzgrenze.




Dennoch spulen wir bis zum frühen Abend fleißig unsere Runden ab. Nicole stellt jedoch bereits nach ihrer ersten Runde fest, dass sie mit der Strecke überfordert ist. Nach einer Rundenzeit von 1:45 Std. wirft sie das Handtuch. Zunächst teilt sie mit, dass sie zumindest nachts nicht fahren mag, später macht auch ihr schmerzendes Knie für Sie die Fortsetzung des Rennens unmöglich....
Die Dani ist zum Glück zu Besuch. Sie leiht sich bei Manon den Raddress und das Rad bei Nicole und düst auf die Strecke. Nachdem sie von ihren Rennrad-Rennen in Hamburg und Berlin geschwärmt hatte, hoffe ich auf einen leistungsstarken Ersatz für die angeschlagene Nicole. Aber auch Dani stellt fest, dass auf Straßen und mit schmalen Reifen jeder fahren kann, Mountainbiken hingegen eine ganz andere Liga ist. Und so winkt auch Dani nach einer Runde im Schneckentempo ab und verweigert die Weiterfahrt.

Auch der Marco möchte Nachts lieber nicht fahren. Zu technisch ist die Strecke, zu ausgelaugt die Beine.
Angeschlagen sind wir alle. Ab sofort sind wir definitiv auch nur noch zu dritt. Wir beschließen uns ein paar Stunden Schlaf zu gönnen. So fährt Manon unsere letzte Runde bis 00.30 Uhr.




Um 02.00 Uhr klingelt für mich der Wecker. Ich will mich grad aus dem Schlafsack schälen, als ich von Manon erfahre, dass Marco das Rennen offenbar bereits aufgegeben hat. Mit << ich schlafe Sonntags eigentlich ganz gerne aus. Vor 10 Uhr steh ich morgen nicht auf! >> wird er zitiert.
<leck mich> denke ich und bleibe liegen! Denn spätestens jetzt hab auch ich die Faxen dicke. Ich war mit ambitionierten Erwartungen in ein Rennen gestartet, dass sich nun zusehends zu einer Kaffeefahrt mit gemütlichem Camping und Grillabend entwickelt hatte. Letzter Platz im Rennen inklusive, aber das stört außer mir heute offenbar niemanden.


Es ist bereits 06.00 Uhr als ich aufstehe. Ich überlege, ob ich bereits jetzt meine Sachen ins Auto lade, oder das erst nach dem Frühstück erledige. Radfahren ist für mich jedenfalls gedanklich definitiv gestrichen!


08.00 Uhr. Das Frühstück steht bereits auf dem Tisch. Nicole weckt ihren Marco, der wenig begeistert ist, so früh geweckt zu werden. Wir schmieren Brötchen, kochen Kaffee, putzen uns die Zähne. Was man bei einem Campingausflug halt so macht....
Erst nachdem alle satt sind kommt wieder etwas Leben in die Bude. Manon ist es, die plötzlich das Zepter der Motivation in der Hand hält. Sie setzt sich wieder auf´s Bike, fährt eine Runde und bringt auch mich nochmal dazu, die Strecke unter die Stollen zu nehmen.
Ich drücke drei schnelle Runden in den Boden und mir damit den Frust, aber auch alle Reserven aus den Beinen. Irgendwo im Nirgendwo geht zwischendurch meine Trinkflasche flöten. Ich sammel sie ein, aber wie es das Unglück so will, ist sie aufgesprungen und leergelaufen.
Zum Glück läuft mir auf der Strecke der Jan über den Weg. Der hat ´ne halbe Flasche pisswarmes Bier dabei. Besser als nichts, auch wenn es mehr als abartig schmeckt.
Als ich in die vierte Runde einbiegen will, meldet sich der Hinterbau meines Fullys. Die Lager sind schon seit dem Vortag festgefressen. Jetzt lösen sich die Bolzen. Ich muss dringend rein und das Rad insten.

Im Lager angekommen stellen wir dank Dani´s Handy mit Interneterbindung fest, dass wir Boden gutgemacht haben. Zwar befinden wir uns noch imer auf dem letzten Platz, jedoch ist der Abstand zum Team vor uns deutlich geschrumpft. Da geht noch was! Das denkt wohl auch Marco. Denn der ist plötzlich wie ausgewechselt, eilt auf die Strecke und fährt seine Runde in Rekordzeit. Jetzt ist der Junge heiß und will auch noch eine zweite Runde hintendranhängen. Er verliert jedoch wertvolle Zeit indem er in der Wechselzone stehend darauf wartet, dass ihm jemand eine gefüllte Trinkflasche aus dem Lager bringt....
Aber jetzt liegen wir mit dem Team vor uns anhand der Rundenanzahl gleichauf. Lediglich die schlechtere Gesamtzeit drückt uns noch immer den letzten Platz auf.
Und inzwischen ist auch das Konkurenzteam wieder auf der Strecke. Internet ist eben für jeden verfügbar. Die sehen auch, dass ihnen nun die rote Laterne droht und versuchen nochmal gegenzuhalten. Ich stehe derweil, (einen erneuten Zeitverlust durch einen Wechsel im Fahrerlager will ich nicht riskieren) ,ohne Internet und somit ohne aktuellen Stand der Platzierung, in der Wechselzone und warte auf Marco, der grade seine zweite Runde abspult. Wieder ist der Junge sehr, sehr schnell unerwegs. Das kann aber den Zeitverlust durch auf´s Fläschchen warten kaum kompensieren. Und so wird es zum Ende des Rennen nochmal richtig eng. Der Kampf gegen die rote Laterne wird erbittert ausgefochten.

Um 14.00 Uhr ist Rennende. Alle bis dahin gefahrenen Runden werden gewertet. Eine vor 14.00 Uhr begonnene Runde darf noch zu Ende gefahren werden und wird ebenfalls noch gewertet. Bei Rundengleichheit, so das Reglement, siegt das Team mit der geringeren Fahrzeit.
Diese einfache Regel schwirrt mir immerwieder durch den Kopf, während ich auf Marco warte und anfange an zu rechnen, ob ich nur noch eine oder vielleicht sogar zwei Runden schaffen kann.

Marco trift um 13.35 Uhr ein. Mir bleibt keine Möglichkeit meine Runde vor 14.00 Uhr zu beenden und mir somit die Chance auf eine Zweite zu erkämpfen. Bisher hab ich schließlich mindestens 35 min/Runde benötigt. Es bleibt im Kampf um den vorletzten Platz also nur noch die Möglichkeit darauf zu spekulieren, dass das Team vor uns die gleiche Rundenanzahl hat und ich das Blatt wenden kann, indem ich die letzte Runde deutlich schneller fahre als die Konkurenz. Dementsprechend prügel ich mein Rad über die Strecke. Ich fahre am absoluten Anschlag - unmittelbar vor der physischen Kotzgrenze. Mit 32 min fahre ich, ohne zu wissen, dass die Konkurenz inzwischen die Segel gestrichen hat und wir schon 1 Runde Vorsprung haben, meine schnellst Runde des Rennens. Im Ziel werde ich wie alle Finisher mit viel Jubel empfangen. Das auch mein Team an der Ziellinie steht, mir die Platzierung zuruft und mich beklatscht, bekomme ich gar nicht mit. Puls 190, Rasselnde Lunge, brennende Beine, Flimmern vor den Augen , Tunnelblick - innere Leere, Gewissheit alles gegeben zu haben und Hoffnung, dass es gereicht hat.





































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